Griechenland
Die Peloponnes-Küche verbindet antike Tradition, Olivenöl, Kräuter, Meeresspezialitäten und rustikale Berggerichte zu authentischem griechischem Genuss.
Die Küche des Peloponnes ist stark von der klassischen Antike und der byzantinischen sowie venezianischen Zeit geprägt. Olivenöl, Weizen und Wein – schon bei Homer erwähnt – bilden bis heute die Grundlage. In Hafenstädten wie Nafplio oder Kalamata haben Venezianer und später Italiener Nudelgerichte, süße Gebäckarten und die Vorliebe für Fischsuppen beeinflusst. Im Inneren dominieren bäuerliche Gerichte mit Lamm, Ziegenfleisch, Hülsenfrüchten und Wildgemüse. Osmanische Einflüsse brachten Gerichte wie Souvlakia, mit Zimt gewürztes Hack in Keftedes und Sirupgebäck wie Baklava oder Galaktoboureko. Gleichzeitig blieb die Küche schlicht, saisonal und eng mit der orthodoxen Fastentradition verbunden.
Der Peloponnes ist berühmt für seine Kalamata-Oliven und das intensive, fruchtige Olivenöl, das fast jedes Gericht begleitet – von Horiatiki-Salat bis zu geschmorten Eintöpfen. In den Küstenregionen spielen frischer Fisch, Sardinen, Oktopus und kleine Tintenfische eine große Rolle. Im Landesinneren bestimmen Lamm, Ziege, selbst gemachter Schafskäse und Feta den Speiseplan. Häufig verwendet werden Tomaten, Auberginen, Zucchini, Okraschoten und weiße Bohnen. Eine Besonderheit sind gesammelte Wildkräuter und Wildgemüse (chórta), die einfach mit Olivenöl und Zitrone serviert werden. Dazu kommen Mandeln, Walnüsse, Rosinen und Honig für süßes Gebäck und Desserts.
Die Würzung ist aromatisch, aber selten scharf. Basis sind Oregano, Thymian, Rosmarin, Lorbeer und frische Petersilie, oft wild wachsend am Wegrand gesammelt. Zimt und Nelken verleihen Hackfleischgerichten, Tomatensaucen und Schmorgerichten wie Moschari kokkinisto eine warme, leicht süßliche Note. In Eintöpfen mit Bohnen oder Linsen sorgt Lorbeer für Tiefe, während Dill und Minze in Füllungen für Gemista (gefülltes Gemüse) oder in Joghurt-Dips verwendet werden. Knoblauch und Zwiebeln sind allgegenwärtig, genau wie frischer Zitronensaft, der Fisch, gegrilltes Fleisch und gekochtes Gemüse abrundet. Chili tritt nur dezent auf; im Vordergrund stehen Kräuterduft und Olivenöl.
Auf dem Peloponnes treffen viele Klassiker der griechischen Küche auf regionale Spezialitäten. In Tavernen bekommt man Moussaka, Pastitsio (griechischer Nudelauflauf), Souvlakia und Gyros, oft mit lokalem Lamm oder Schwein. Typisch sind Lamm aus dem Ofen mit Kartoffeln, mit Knoblauch, Zitrone und Oregano, oder Kleftiko, langsam geschmortes Fleisch im Papierpaket. Beliebt sind auch gefülltes Gemüse (Gemista), Fasolada (weiße-Bohnen-Eintopf) und Meze mit Tzatziki, Melitzanosalata (Auberginenpaste) und Fava aus gelben Spalterbsen. In Küstenorten sollte man gegrillten Oktopus, Kakavia (Fischsuppe) und frisch frittierte Sardinen probieren. Zum Abschluss werden oft Loukoumades (in Honig getauchte Hefekugeln) oder Galaktoboureko mit Grießcreme gereicht.
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