Rezepte aus Österreich

Österreichische Küche: deftige Alpenkost, feine Mehlspeisen, reiche Geschichte zwischen k.u.k.-Tradition und regionaler Vielfalt.

52
Rezepte
9
Regionen
AT
ISO-Code

Kulinarische Geschichte Österreichs zwischen Hof und Wirtshaus

Österreichische Küche entstand aus der Mischung vieler Kronländer der Habsburgermonarchie. Am kaiserlichen Hof verschmolzen böhmische Mehlspeisen, ungarische Paprikagerichte, südtiroler Knödeltradition und Wiener Kaffeehauskultur. So entstanden Klassiker wie Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Gulasch und Apfelstrudel. Neben der bürgerlichen Wiener Küche prägen einfache Wirtshausgerichte wie Erdäpfelgulasch, Grammelknödel oder Blunz’n den Alltag. In den Alpenregionen wuchsen daraus eigenständige Traditionen mit Kasnocken, Speck und Brettljause, während die Donau Fischgerichte und Mehlspeisen beeinflusste. Heute verbindet Österreich ländliche Hausmannskost mit feiner Patisserie und moderner Alpenküche.

Typische Zutaten der österreichischen Küche

Österreichische Gerichte basieren auf wenigen, sehr regionalen Zutaten: Erdäpfel, Kraut, Zwiebeln und Schweinefleisch bilden die Grundlage vieler Eintöpfe und Braten. Rind für Tafelspitz oder Rostbraten, Wild aus den Alpenwäldern und heimischer Karpfen und Forelle ergänzen den Speiseplan. In den Bergen spielen Bergkäse, Topfen und Sauerrahm eine große Rolle, etwa bei Kaspressknödeln oder Topfenstrudel. Mehl, Eier und Milch sind Basis für Palatschinken, Kaiserschmarrn und Germknödel. Typisch sind auch Kürbiskernöl aus der Steiermark, Mohn aus dem Waldviertel, Marillen aus der Wachau sowie eine reiche Brotkultur mit Schwarzbrot, Vintschgerl und Semmeln.

Gewürze und Kräuter: Von Kümmel bis Majoran

Die österreichische Küche ist nicht stark scharf, aber aromatisch. Häufig verwendet werden Kümmel (für Schweinsbraten, Kraut, Brot) und Majoran in Würsten, Blunz’n und Erdäpfelgerichten. Paprikapulver – mild bis edelsüß – prägt Wiener und ungarisch beeinflusstes Gulasch oder Paprikahendl. Petersilie, Schnittlauch und Liebstöckel verfeinern Suppen, Knödel und Erdäpfelsalat. In Mehlspeisen dominieren Vanille, Zimt, Zitrone und Rum, etwa bei Buchteln oder Gugelhupf. Für Wildgerichte kommen Wacholderbeeren, Lorbeer und Rosmarin zum Einsatz. Frischer Kren (Meerrettich) ist typischer Begleiter von Tafelspitz und Geselchtem und sorgt für eine scharfe, doch klare Note.

Typische Gerichte und Esskultur in Österreich

Im Alltag strukturieren Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee und ein eher leichtes Abendessen den Tag. Warm gegessen wird oft mittags: Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat, Zwiebelrostbraten, Schweinsbraten mit Knödel und Kraut oder einfache Suppen mit Frittaten oder Grießnockerln. Einfache Gerichte wie Eiernockerl, Käsekrainer, Leberkäse-Semmel oder Brettljause sind typische Alltagskost. Stark ist die Mehlspeisenkultur: Kaiserschmarrn, Marillenknödel, Topfenkolatschen oder Sachertorte begleitet von Melange im Kaffeehaus. Saisonale Bräuche prägen das Jahr – Martinigansl, Osterpinze, Faschingskrapfen oder im Winter Raclette und Fondue in den Skigebieten.

Rezepte aus Österreich

Typische Fragen zu Österreich

Was sind typische Gerichte der österreichischen Küche?
Typische österreichische Gerichte sind Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Gulasch, Schweinsbraten mit Knödel, Kasnocken, Kaiserschmarrn, Apfelstrudel und Sachertorte. Auch Suppen mit Frittaten oder Grießnockerln sind sehr verbreitet.
Welche Zutaten werden in Österreich besonders häufig verwendet?
In Österreich werden oft Erdäpfel, Kraut, Zwiebeln, Schweine- und Rindfleisch, Sauerrahm, Topfen, Eier, Mehl, Mohn, Kürbiskernöl, regionale Marillen, Äpfel, Forelle und Karpfen sowie verschiedene Bergkäsesorten verwendet.
Welche Gewürze sind typisch für österreichische Küche?
Typische Gewürze sind Kümmel, Majoran, Paprikapulver (meist edelsüß), Wacholder, Lorbeer, Kren, Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel sowie in Süßspeisen Vanille, Zimt, Zitrone und etwas Rum oder Rum-Aroma.
Was isst man in Österreich zum Frühstück und Abendessen?
Zum Frühstück gibt es meist Semmeln oder Schwarzbrot mit Butter, Marmelade, Wurst oder Käse und Kaffee. Abends wird eher kalt gegessen: Brotzeit mit Aufstrichen, Käse, Wurst oder eine einfache Suppe oder Jause.
Wodurch unterscheidet sich Wiener Küche von anderer österreichischer Küche?
Die Wiener Küche ist stark von der alten Monarchie geprägt: Wiener Schnitzel, Tafelspitz, Gulasch und aufwendige Mehlspeisen. In den Bundesländern dominieren regionalere Gerichte wie Kasnocken, Brettljause, steirisches Kürbiskernöl oder Kärntner Kasnudeln.
Welche österreichischen Süßspeisen sind besonders bekannt?
Sehr bekannt sind Sachertorte, Apfelstrudel, Topfenstrudel, Kaiserschmarrn, Buchteln, Marillenknödel, Linzer Torte, Gugelhupf und diverse Palatschinken mit Marillenmarmelade, Nüssen oder Topfenfülle.
Gibt es vegetarische oder fleischarme österreichische Gerichte?
Ja, etwa Kasnocken, Eiernockerl, Erdäpfelgulasch, Krautfleckerl, Spinat mit Spiegelei, diverse Knödel wie Kaspressknödel, sowie viele Mehlspeisen wie Kaiserschmarrn, Schmarren und Strudel mit Obst- oder Topfenfüllung.
Welche regionalen Spezialitäten sollte man in Österreich probieren?
In Wien Wiener Schnitzel und Sachertorte, in der Steiermark Kürbiskernölgerichte und Backhendl, in Tirol Kaspressknödel und Speck, in Kärnten Kasnudeln, im Burgenland Esterházy-Schnitte und pannonische Fischgerichte.