Zum Inhalt springen

Grogue (kapverdischer Zuckerrohrschnaps)

Originalname Grogue

Grogue ist ein klarer, kräftiger Zuckerrohrschnaps von den Kapverden, der aus fermentiertem Zuckerrohrsaft gebrannt und anschließend behutsam verdünnt wird. Er duftet nach Melasse, tropischen Früchten und frischem Zuckerrohr, schmeckt intensiv und leicht süß mit wärmendem Nachhall. Dieses Rezept zeigt eine handwerklich einfache, aber zeitaufwendige Hausvariante – ideal als purer Digestif oder als aromatische Basis für exotische Cocktails.

0.0 (0)
KI generiert Vegan Aktualisiert am
malsati-team
Rezept von malsati-team
Grogue (kapverdischer Zuckerrohrschnaps)
Schwierigkeit
40 min
Vorbereitung
4 h 0 min
Koch/Backzeit
10 h 0 min
Ruhezeit

Nährwerte pro Portion

120 kcal

0 g
Eiweiß
0 g
Kohlenhydrate
0 g
davon Zucker
0 g
Fett
0 g
davon gesättigt
0 g
Ballaststoffe
5 mg
Natrium

Angaben sind Richtwerte und können je nach Zutaten variieren.

Zubereitung

Schritt für Schritt

  1. Zuckerrohr gründlich waschen, um Erde und Staub zu entfernen. Die Stangen längs auftrennen und mit einer Zuckerrohrpresse oder einem stabilen Entsafter den Saft auspressen. Zielmenge: etwa 15–18 l Zuckerrohrsaft bei 20 kg Zuckerrohr.

    20 kg Zuckerrohr (frisch, sehr reif, saftig)
  2. Zuckerrohrsaft in einen großen Gärbehälter geben. Mit 5 l kaltem Wasser auffüllen, um etwa 20–23 l Gesamtvolumen zu erhalten. Temperatur auf etwa 20–28 °C bringen.

    5 l Wasser (kalt, möglichst weich)
  3. Mit einem Refraktometer oder einer Mostwaage den Zuckergehalt prüfen. Liegt er deutlich unter ca. 16–18 °Brix, den Saft mit bis zu 500 g Zucker leicht anreichern und gründlich umrühren, bis sich alles gelöst hat.

    500 g Zucker (optional, nur falls das Zuckerrohr wenig süß ist)
  4. Die Maische leicht ansäuern: Zitronensäure oder Zitronensaft einrühren, bis der pH-Wert im leicht sauren Bereich (ca. pH 4–4,5) liegt. Das hemmt unerwünschte Mikroorganismen und fördert eine saubere Gärung.

    5 g Zitronensäure (oder Saft von 1–2 Zitronen, zur leichten Ansäuerung der Maische, optional)
  5. Hefe in etwas Zuckerrohrsaft anrühren und 10–15 Minuten aktivieren lassen, bis sie leicht schäumt. Anschließend in den Gärbehälter geben und alles kräftig durchrühren oder aufschütteln, um Sauerstoff einzuarbeiten.

    Wartezeit 15 s

    20 g Hefe (Wein- oder Brennhefe, alkoholtolerant, optional – traditionell oft spontane Gärung)
  6. Gärbehälter mit einem Gärröhrchen verschließen. Die Maische 5–10 Tage bei 20–28 °C vergären lassen, bis keine Bläschen mehr aufsteigen und sie deutlich trockener und weniger süß schmeckt. Einmal täglich kurz vorsichtig umrühren.

    Wartezeit 7 h 0 min

  7. Wenn die Gärung vollständig abgeschlossen ist (kein Blubbern, schmeckt nicht mehr süß), die Maische von groben Feststoffen trennen: durch ein feinmaschiges Sieb oder Tuch in einen sauberen Behälter ablaufen lassen. Es sollten nun etwa 25 l vergorene Zuckerrohrmaische vorhanden sein.

  8. Die gefilterte Zuckerrohrmaische in eine geeignete, saubere Brennblase füllen. Den Kessel nur bis maximal zwei Drittel füllen, damit beim Erhitzen genug Platz bleibt und nichts überkocht.

    25 l Zuckerrohrmaische (vollständig ausgegorene Maische aus Teil 1)
  9. Brennen nur in Ländern und unter Bedingungen durchführen, in denen Hausbrand rechtlich erlaubt ist. Brennblase langsam erhitzen. Den Vorlauf (die ersten ca. 1–2 % des Destillats, meist 50–150 ml je nach Anlage) unbedingt verwerfen, da er unerwünschte und gesundheitsschädliche Stoffe enthalten kann.

  10. Den Mittellauf sammeln: Bei einer Alkoholaustrittstemperatur von ca. 78–95 °C das klar riechende Destillat auffangen. Regelmäßig riechen und den Alkoholgehalt messen. Sobald der Geruch schwer und fuselig wird oder der Alkoholgehalt stark abfällt, den Nachlauf separat auffangen und nicht für den Grogue verwenden.

    Wartezeit 4 h 0 min

  11. Den Mittellauf in einem sauberen Glasballon sammeln. Typischerweise erhält man einen Rohbrand mit ca. 55–70 % vol Alkohol. Nach Wunsch kann ein zweiter Brenndurchgang (Redestillation) erfolgen, um den Grogue weicher und reiner zu machen.

  12. Den fertigen Brand mit weichem Wasser langsam auf etwa 40–45 % vol Trinkstärke einstellen. Dazu den Alkoholgehalt mit einem Alkoholmeter bestimmen und nach und nach Wasser einrühren, zwischendurch immer wieder messen und mindestens 1–2 Stunden ausgleichen lassen.

    Wartezeit 2 h 0 min

    5 l Wasser (für spätere Feineinstellung der Trinkstärke, möglichst weich)
  13. Optional das Destillat durch einen Aktivkohlefilter leiten, um Schwebstoffe und scharfe Noten etwas zu mildern. Nicht überfiltern, damit das Zuckerrohraroma erhalten bleibt.

    1 Aktivkohlefilter (optional, zur sanften Klärung)
  14. Für einen Hauch Fasscharakter einige Eichenholzchips in den Grogue geben oder ihn in einem kleinen, gut ausgewaschenen Eichenfass lagern. 2–8 Wochen reifen lassen und regelmäßig probieren, bis die gewünschte Vanille- und Holznote sowie eine leichte Goldfärbung erreicht ist.

    Wartezeit 30 h 0 min

    20 g Eichenholz (leichte Eichenholzchips oder kleines Fass, zur Aromatisierung, optional)
  15. Grogue vor dem Trinken oder Mixen mindestens 1–2 Wochen ruhen lassen, damit sich die Aromen harmonisieren. Anschließend in saubere Flaschen abfüllen, kühl und dunkel lagern. Pur bei Zimmertemperatur servieren oder als Basis für exotische Cocktails verwenden.

    Wartezeit 14 h 0 min

II

Utensilien

  • Trichter
  • Brennblase (rechtlich zulässig)
  • Alkoholmeter
  • große Glasballons oder Glasflaschen
  • Aktivkohlefilter (optional)
  • Zuckerrohrpresse oder kräftiger Entsafter
  • großer Gärbehälter mit Gärröhrchen
  • pH-Messstreifen oder pH-Meter (optional)
  • Refraktometer oder Mostwaage (optional)
  • feines Sieb oder Mulltuch
  • Eichenholzchips oder kleines Eichenfass (optional)
Hilf anderen weiter

Fragen & Antworten (0)

  • Noch keine Fragen. Sei die Erste!
Bewertungen & Gespräche

Kommentare (0)

0.0 (0 Bewertungen)
Anmeldung erforderlich zum Bewerten
  • Keine Kommentare vorhanden.
Weiter kochen

Entdecke ähnliche Rezepte