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Rezepte aus Addis Abeba
Addis Abeba vereint äthiopische Küche, Gewürze wie Berbere, Injera, Kaffeezeremonien und vielfältige regionale wie historische Einflüsse.
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Inhaltsverzeichnis
Kulinarische Geschichte von Addis Abeba
Addis Abeba ist jung als Stadt, aber alt in seiner Esskultur. Die Hauptstadt zog Menschen aus allen Regionen Äthiopiens an: Oromo, Amhara, Tigray, Gurage und viele mehr. So entstand eine Großstadtküche, in der Injera (Sauerteig-Fladen aus Teff), scharfe Wot-Eintöpfe und einfache Alicha-Gerichte ohne Chili nebeneinander stehen. Italienische Einflüsse aus der Kolonialzeit brachten Macchiato, Pasta und Pizza in lokale Form. In den Straßen von Addis findet man heute alles: von traditionellen Nefro-Körnern über klassische Tibs (gebratenes Fleisch) bis zu modernen „Injera-Burgern“ und vegetarischen Buffets für die vielen Fastentage der orthodoxen Kirche.
Typische Zutaten und Gewürze in Addis Abeba
Die Küche in Addis Abeba lebt von wenigen, aber charakteristischen Zutaten. Basis ist Teff-Mehl, aus dem das säuerliche Injera gebacken wird. Dazu kommen Linsen und Kichererbsen für Gerichte wie Misir Wot (Linseneintopf) oder Shiro (pürierte Kichererbsensauce). Rindfleisch, Lamm und in ärmeren Vierteln auch Innereien prägen die Fleischküche. Gewürzt wird mit Berbere (Chilimischung mit Knoblauch, Ingwer, Bockshornklee, Kardamom) und Mitrmità, einem reinen Chilipulver. Für mildere Speisen nutzt man Niter Kibbeh, eine mit Knoblauch und Kräutern geklärte Butter, sowie Koriandersaat, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel und frische Grünkohl- und Wirsingblätter als Gemüse.
Traditionelle Kochtechniken und Esskultur
In Addis Abeba wird noch oft auf Mitad, einer großen Ton- oder Metallplatte, Injera gebacken – heute häufig elektrisch. Eintöpfe wie Doro Wot (Hühnereintopf mit Ei) schmoren lange in schweren Töpfen, bis Berbere, Zwiebeln und Niter Kibbeh eine dichte Sauce bilden. Fleischgerichte wie Siga Tibs brät man in Gusseisenpfannen oder auf glühender Holzkohle. Gegessen wird meist von einer großen Injera-Platte in der Mitte, alle greifen mit der rechten Hand zu. Gursha, jemandem ein Stück Injera mit Wot direkt in den Mund zu legen, zeigt Nähe und Respekt. Nach dem Essen folgt oft eine zeremonielle Kaffeezeremonie mit frisch gerösteten Bohnen, Popcorn oder gerösteter Gerste.
Typische Gerichte, Streetfood und regionale Einflüsse
Wer in Addis Abeba isst, kommt an Beyaynetu nicht vorbei: eine bunte Injera-Platte mit verschiedenen vegetarischen Wot, Linsen, Spinat, Kohl und Kartoffeln – besonders während der Fastenzeit beliebt. Fleischliebhaber bestellen Kitfo (gewürztes Hackfleisch, roh oder halbgar), Gored Gored (gewürfeltes rohes Rindfleisch) oder knusprige Tibs. Auf der Straße gibt es Sambusa (gefüllte Teigtaschen), frisch gerösteten Maiskolben, Ful (dicke-Bohnen-Eintopf im Brötchen) und süße Puff-Pastries aus Bäckereien mit italienischem Erbe. In Vierteln mit vielen Gurage-Restaurants findet man Kocho (Ensete-Fladen) und Kurt (rohes Fleisch). Dazu trinken viele Bunna (Kaffee), Tella (hausgebrautes Bier) oder Tej, einen honigsüßen Met.