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Rezepte aus La Réunion
Entdecke La Réunions kreolische Küche: aromatische Currys, Vanille, Chilis, indische, afrikanische und französische Einflüsse auf engstem Raum.
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Inhaltsverzeichnis
Geschichte der Küche von La Réunion
Die Küche von La Réunion spiegelt die Inselgeschichte: Französische Kolonialherren, Sklaven aus Afrika und Madagaskar, indische Vertragsarbeiter, chinesische Händler und später Komoren prägten den Speiseplan. Aus Frankreich stammen cari volaille (Hühnercurry), civet de zourite (Tintenfischragout) und die Liebe zu Baguette und Pasteten. Indische Einflüsse brachten massalé, Linsen und viele Currys. Aus Madagaskar und Afrika kamen Maniok, Süßkartoffeln, Kochbananen und Schmorgerichte. Chinesen führten mein sautés (gebratene Nudeln) und samoussas ein. All diese Traditionen verbinden sich auf der Insel in bodenständigen, aromatischen Alltagsgerichten.
Typische Zutaten und Produkte von La Réunion
Die Küche von La Réunion lebt von frischen, oft im Garten angebauten Zutaten. Wichtigstes Grundnahrungsmittel ist Reis, meist mit Linsen aus Cilaos oder roten Bohnen serviert. Dazu kommen Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer als Basis vieler caris. Beliebt sind Hähnchen, Schweinefleisch, Ziegenfleisch, aber auch Meeresfrüchte wie Capitaine (Riffbarsch), Thunfisch, Garnelen und Oktopus. Tropische Früchte wie Ananas „Victoria“, Mango, Litschi, Passionsfrucht und Papaya prägen Desserts und Chutneys. Wichtige Gemüse sind Chouchou (Chayote), Auberginen, grüne Bohnen und Christophinen. Lokale Produkte wie Vanille aus Sainte-Suzanne und Rum aus Zuckerrohr verleihen Süßspeisen und Likören ihr Aroma.
Gewürze, Chili und Kräuter in der Inselküche
La Réunion ist berühmt für kräftige Würzung. Fast jedes Gericht beginnt mit einer Mischung aus Knoblauch, Ingwer, Kurkuma (auf Kreol „Safran péï“) und Thymian. Indische Einwanderer brachten Currypulver und Massalé, eine Mischung aus Koriander, Kreuzkümmel, Fenchel und Bockshornklee. Unverzichtbar sind die kleinen scharfen Piment oiseau (Vogelaugenchili), aus denen sauce piment oder rougail tomate entsteht – eine scharfe Beilage aus Tomaten, Zwiebeln, Limette und Chili. Frische Kräuter wie Koriandergrün, Schnittlauch und Petersilie werden erst am Ende zugegeben. So bleiben Farben und Aromen erhalten, die zu Reis, Fisch und Fleisch kräftige, aber klare Geschmacksbilder liefern.
Ikonische Gerichte und Esskultur auf La Réunion
Ein klassisches Mittagessen besteht aus Reis, Hülsenfrüchten und einem cari oder rougail. Sehr verbreitet sind cari poulet (Hühnercurry mit Kurkuma), cari poisson und rougail saucisse, bei dem geräucherte Würste mit Tomaten, Zwiebeln, Chili und Knoblauch schmoren. Bouchons – kleine gedämpfte Teigtaschen – und samoussas sind typische Snacks, die an jeder Straßenecke verkauft werden. Am Wochenende wird oft cari cabri (Ziegencurry) oder ein civet geschmort, dazu frische Salate aus grüner Papaya oder Chouchou. Gegessen wird familiär aus großen Schüsseln; jeder nimmt sich Reis und Linsen und gibt sich etwas von der Hauptspeise dazu. Schärfe wird meist über extra sauce piment dosiert, damit alle am Tisch ihren eigenen Schärfegrad bestimmen können.